Eva Jaisli im be-inspired Podcast

Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools
Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools

Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools

Eva Jaisli im be-inspired Podcast

Inspiration

Als 1878 eine kleine Mannschaft in der Dorfschmiede von Wasen im Emmental damit begann, Nasenringe für Ochsen und andere landwirtschaftliche Werkzeuge herzustellen, hätte wohl niemand gedacht, dass nur wenige Generationen später daraus ein Familienunternehmen heranwächst, welches sich mit Qualitätswerkzeugen und medizinischen Instrumenten zu einem Weltmarktführer etablieren würde.

 

Hör dir das spannende Gespräch mit Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools, als Podcast an:

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Auf der ganzen Welt bekannt, im Emmental verankert 

Heute exportiert PB Swiss Tools zwei Drittel der Produktion in 85 Länder, ohne dabei das Engagement für den Heimmarkt und die Region zu vernachlässigen. Denn für die Unternehmerin und Geschäftsführerin Eva Jaisli ist klar, dass PB Swiss Tools nur erfolgreich sein kann, wenn der Betrieb auch eine gute Arbeitgeberin ist und auf gut ausgebildete Fachkräfte bauen kann. 

«95% unserer Belegschaft lebt im Emmental», erläutert Jaisli und daher ist es für PB Swiss Tools auch ein Anliegen, sich in der Region einzusetzen, sodass sich die Mitarbeitenden wohl fühlen und in den Genuss einer guten Infrastruktur mit Spitälern, Schulen oder Vereinen kommen. 

Mitarbeitende sind der Schlüssel 

Motivierte Mitarbeitende sind nämlich entscheidend für den Erfolg von PB Swiss Tools, da die Herstellerin von Qualitätswerkzeugen auf das Know-How, die Cleverness und Experimentierfreude der Fachkräfte angewiesen ist. 

Für Jaisli, welche den Betrieb seit 1996 als Geschäftsführerin prägt, kommt es nicht von ungefähr, dass bei PB Swiss Tools im Emmental findige Mitarbeitende am Werk sind: «Das ‘Tüfteln’ ist im Emmental gut verankert, wenn ich daran denke, wie viele geniale Ideen in diesen engen Tälern entstanden sind; zum Beispiel schon nur für die Produktion und die weltweite Vermarktung des berühmten Käses.» 

Wertschätzung als Investition 

Wie kommt es, dass bei PB Swiss Tools so viele Menschen arbeiten, die sich für den Gesamterfolg der Firma einsetzen? «Mitarbeitenden Wertschätzung und Perspektiven zu geben, gehört zu den besten Investitionen», ist die zackige Unternehmerin Jaisli überzeugt. Das heisst konkret, dass sich die energiegeladene Geschäftsführerin des Familienunternehmens für die Weiterentwicklung aller Mitarbeitenden interessiert und mithilft, dass diese ihren Rucksack mit Qualifikationen füllen können. Neben einer starken Berufsbildung «gilt es hierfür ganz konkret mit Fortbildungen, Coachings usw. als Arbeitgeberin einen Beitrag zu leisten.», fügt Jaisli an. 

Kommunikation und Transparenz 

Für das Engagement der Belegschaft ist ebenfalls die Kommunikation und Transparenz von entscheidender Bedeutung. Für die Geschäftsführerin Eva Jaisli ist es wichtig, durch regelmässige Kommunikation, die Auswirkung von Arbeitsleistungen einzelner Mitarbeitenden für das grosse Ganze zu vermitteln. Diese Kommunikationsarbeit und Transparenz zeigen Mitarbeitenden, wie wirksam, bedeutend und sinnhaft ihre Beiträge sind. 

Wenn Mitarbeitende und Teams zusammenkommen, um Problemstellungen zu analysieren und Resultate zu reflektieren, steigt laut Jaisli die Kreativität und das Verständnis für vor- und nachgelagerte Arbeitsschritte sowie auch das Bewusstsein für Kundenerwartungen. 

Führen durch Fragen 

Die starke Auseinandersetzung mit Kundenerwartungen ist ein weiteres Kernelement vom Erfolg von PB Swiss Tools, die bei Kennern von Qualitätswerkzeugen und medizinischen Instrumenten für ihren ausgeprägten Kundenfokus bekannt ist. 

Im Kontakt mit Kunden – wie natürlich auch mit Mitarbeitenden, Lieferanten und anderen wichtigen Stakeholdern – wendet Jaisli eines ihrer zentralen Führungsinstrumente an: Führen durch Fragen. «Führen durch Fragen ist für mich ein wichtiges Werkzeug. Zum richtigen Zeitpunkt die richtige Frage stellen, ist entscheidend.», betont die Unternehmerin aus dem Emmental und liefert gleich ein Beispiel aus dem fernen Japan nach, das in einen grossen kommerziellen Erfolg für die Werkzeugfabrikanten mündete. 

Kundenfokus als Innovationsquelle 

Als Jaisli und Mitstreiter*innen mit Vertriebspartnern in Japan den Endkunden Toyota und dessen Produktionswerk besuchten, schauten sie den Mitarbeitenden an der Werkbank des globalen Autoherstellers über die Schultern. Diese Beobachtungen alleine waren sicher schon aussagekräftig, doch erst abends bei Tee und Bier – und guten Fragen – haben Toyotas Ingenieure eines ihrer grossen Probleme offenbart: Es war mühsam, die Schraubenzieher schnell und eindeutig unterscheiden zu können, denn sie sahen alle praktisch gleich aus. Wenn also die verschiedenen Schraubenzieher zum Beispiel farblich unterschieden werden könnten, würde das den Arbeitsfluss weniger stören und damit Zeit sparen. 

Die Farbe von Schraubenziehern zu verändern scheint aus heutiger Sicht banal, doch zurück im Emmental überwog zu Beginn die Skepsis. «Gerade Männer waren zuerst nicht überzeugt von bunten Schraubenziehern», erinnert sich Jaisli. Nach einigen Abwägungen und durch den Mut einzelner Vertriebspartner begann PB Swiss Tools aber mit der Vermarktung der neu designten Werkzeuge und das Interesse war sehr schnell sehr gross. 

Jaisli führt den Erfolg darauf zurück, dass es sich bei den farbenfrohen Schraubenziehern nicht bloss um eine kosmetische, sondern vielmehr um eine funktionale Verbesserung des Produktes und dessen Handhabe handelte. Die Effizienzsteigerung durch die farbigen Werkzeuge hat die Profis angesprochen und die Innovation fand dann schliesslich viele Nachahmer auf den Weltmärkten. Das Fragen und Zuhören hatte sich also einmal mehr gelohnt. 

Wie fällt man Entscheidungen? 

Die japanische Anekdote illustriert auch zwei weitere Punkte: Zum einen zeigt das Beispiel, dass Grosserfolge rückblickend nicht eindeutig erkennbar sind und oftmals Skepsis und verschiedene Meinungen auslösen können. Zum anderen verdeutlicht die Geschichte auch, wie das Leben als Unternehmerin zwischen Wasen im Emmental, Osaka in Japan und den dutzenden anderen Absatzmärkten sehr beschäftigt sein kann. Verschmolzen ergeben beide Punkte eine für Entscheidungsträger*innen wichtige Frage: Wie schafft man es, trotz der hohen Anforderungen und Erwartungen, der knappen Zeit und den unzähligen verschiedenen Inputs gute Abwägungen und Entscheidungen zu fällen? 

Auf die Experimentierfreude und die Perspektiven kommt es an 

Die Geschäftsführerin Jaisli sagt dazu: «Es ist zentral, nicht nur aus der eigenen Perspektive heraus zu handeln, sondern im Verbund mit anderen, die richtigen Lösungen zu finden.» Dazu gehört auch die Bereitschaft, beim Experimentieren mit verschiedenen Ideen Fehler zu machen: «Beim fertigen Produkt haben wir eine Nulltoleranz für Fehler. Bei der Entstehung eines neuen Produktes brauchen wir aber Fehler, um neue Wege entdecken zu können.» Die Unternehmerin führt fort und betont, wie wichtig es in diesem Prozess ist, die richtigen Leute am Tisch zu haben, die ihr Expertenwissen beim Ausprobieren der verschiedenen Lösungsansätzen beisteuern können. 

Doch auch bei ausgiebig abgewogenen Entscheidungen bleibt immer ein unternehmerisches Restrisiko. «Wer Chancen und Opportunitäten packen will, muss bereit sein, ein unternehmerisches Restrisiko zu tragen», schildert Eva Jaisli aus Erfahrung. 

Der Umgang mit Fehlentscheiden 

Selbstkritisch fügt die Unternehmerin an, dass auch auf ihrer Führungsebene Fehlentscheidungen passieren können. «Dann ist es entscheidend, diese rasch zu erkennen und zu korrigieren.»  

Neben offensichtlichen betriebswirtschaftlichen Faktoren gibt es laut Jaisli auch viele ‘soft factors’. «Um Fehlentscheide zu erkennen, muss man sich selber gegenüber ehrlich sein, sich gegenüber Rechenschaft ablegen und erkennen, wo man sich bei einer Entscheidung noch nicht sicher genug fühlt.» 

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass man sich als Unternehmer*in immer wieder einmal Momente der Ruhe schaffen muss, in denen die innere Stimme auch gehört werden kann. «Es lohnt sich, im richtigen Moment kleine Pausen und erholsame Momente zu schaffen. Daraus schöpfe ich die Energie, um den Herausforderungen richtig zu begegnen.» 

Unternehmertum: Herausforderung und Energiequelle 

Diese Energie ist spürbar, wenn Jaisli Problemstellungen messerscharf analysiert, zielstrebig  und schwungvoll durch die Produktionshallen schreitet und auf dem Rundgang alle Mitarbeitenden mit Namen anspricht und sich auch zu deren privaten Situation und Wohlergehen erkundigt. Denn trotz den hohen Anforderungen ist das Leben als Geschäftsführerin für Jaisli eine Bereicherung: «Eine meiner wichtigen Aufgaben als Unternehmerin besteht darin, unsere Vision so zu vermitteln, dass sie bei Mitarbeitenden Freude, Lust, Neugierde und Partizipation mobilisiert.» Und diese Aufgabe löst bei der Vollblutunternehmerin mit Weltformat aus dem Emmental merklich immer wieder aufs Neue lustvollen Tatendrang aus. 

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Der be-inspired Podcast 

Im be-inspired Podcast erzählen Unternehmerinnen und Unternehmer im Gespräch mit Christian Lundsgaard-Hansen von Sparkr aus ihrem anspruchsvollen Alltag, verraten, wie sie mit schwierigen Herausforderungen umgehen und zeigen auf, wie sie dank innovativen Lösungsansätzen ihre Unternehmen neu ausrichten und weiterentwickeln. 
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