Forum Zweisprachigkeit feiert Jubiläum mit nationalem Symposium

Forum Zweisprachigkeit feiert Jubiläum mit nationalem Symposium

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Bern/Biel - Die Mehrsprachigkeit ist eine Stärke der Schweiz. Das war eine der Aussagen am Symposium „Für eine wirklich mehrsprachige Schweiz“. Das Forum Zweisprachigkeit feierte damit seinen 30. Geburtstag. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider sprach sich für Französisch in der Primarschule aus.

(CONNECT) Das Forum Zweisprachigkeit hat anlässlich seines 30. Geburtstages am 27. August in Bern das erste nationale Symposium „Für eine wirklich mehrsprachige Schweiz“ durchgeführt. Rund 300 Teilnehmende aus Wiissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik diskutierten über den Wert und die Zukunft der Mehrsprachigkeit der Schweiz.

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider nannte die Mehrsprachigkeit einen Bestandteil der nationalen Identität der Schweiz. Die vier Landessprachen trügen zum Reichtum des Landes bei. Zudem sollte auch der Beitrag der Einwanderung zur Mehrsprachigkeit hervorgehoben werden, sagte sie in ihrer Ansprache. Die Mehrsprachigkeit sei eine lebenswichtige Ressource, um den Einbezug aller, die demokratische Teilhabe und die Verbindungen zwischen den Sprachregionen zu stärken. Die Bundesrätin sprach sich auch klar für den Französischunterricht in den Deutschschweizer Primarschulen aus.

Christophe Darbellay, Walliser Erziehungsdirektor und Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz, lehnte dabei den Begriff Frühfranzösisch ab. „Wir lehren kein Frühfranzösisch, sondern Französisch.“

Der Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg verwies darauf, dass Mehrsprachigkeit auch gelebt werden müsse. Gastgeber Sebastian Wörwag, Rektor der Berner Fachhochschule, verwies darauf, dass Mehrsprachigkeit auch ein Argument auf dem Arbeitsmarkt sei und im Schnitt den Lohn erhöhe. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille erläuterte, wie die nationale Sendeanstalt die Vorzüge der Mehrsprachigkeit erhalten wolle. Dazu werde eine gemeinsame Plattform für SRG-Inhalte in allen vier Sprachen beitragen.

Sophie Othman, Dozentin der Universität Besançon, ging auf die Folgen der Künstlichen Intelligenz (KI) für die Mehrsprachigkeit ein. KI dürfe nicht als Ersatz für das Erlernen von Sprachen gesehen werden. Sie solle vielmehr als Werkzeug genutzt werden, um Sprachen zu lernen und um im mehrsprachigen Alltag zu bestehen. Sprachliche Vielfalt sei kein Problem, dass die KI lösen müsse. Sondern sie sei ein Reichtum, dem die KI dienen solle.

Die Teilnehmenden hatten in acht Ateliers die Gelegenheit, die Diskussionen zu vertiefen. Das Spektrum reichte vom Sprachenlernen in Zeiten von KI über Jugend und Mehrsprachigkeit sowie die Erfahrungen der mehrsprachigen Kantone mit ihren Sprachengesetzen bis zum Zusammenhang von KMU, Mehrsprachigkeit und Innovation.

Die Stiftung Forum für die Zweisprachigkeit wurde 1996 gegründet. Sie ist in Biel ansässig, der grössten zweisprachigen Gemeinde der Schweiz. Zu ihren Erfolgen gehört etwa die Einführung des Barometers der Zweisprachigkeit. 2024 wurde die Stiftung mit dem Föderalismuspreis der ch Stiftung ausgezeichnet. ce/stk