(CONNECT) Die Besso AG kann die Weiterentwicklung ihrer Plattform mit finanzieller Unterstützung durch die Standortförderung des Kantons Bern vorantreiben. Wie Philipp Sieber-Gasser, der CEO des in Bern ansässigen Start-ups, mitteilt, wurde es für ein Start-up-Stipendium ausgewählt. Dessen Umfang wurde nicht mitgeteilt. Generell variiert die Beitragshöhe zwischen 7500 und 150'000 Franken, je nach Tätigkeitsbereich, Auswirkungen des Projekts und des Unternehmens sowie dessen Zukunftsperspektiven.
Besso hat eine Plattform entwickelt, die die jeweiligen Lieferketten eines Unternehmens mit den entsprechenden Handelsregulierungen verbindet und durch Künstliche Intelligenz mögliche Einsparpotenziale aufspürt. Dafür analysiert Besso die zunehmend komplexen Zollvorschriften für internationale Handelsbeziehungen in Echtzeit.
Der „Berner Zeitung“ demonstrierte Sieber-Gasser am Computerbildschirm das Beispiel eines Schweizer Schokoladenherstellers. So warnt das System davor, dass ein hoher Zoll von 26 Prozent anfällt, wenn der beigemischte Zucker nicht-schweizerischen Ursprungs mehr als 30 Prozent des Produktionswerts ausmacht. Bei Indonesien weist das System darauf hin, dass Zölle eingespart werden könnten, wenn die Kakaobohnen vor Ort verarbeitet würden statt wie bisher in Singapur.
Auch die im Rahmen des neuen Freihandelsabkommens der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) mit Indonesien jährlich sinkenden Zölle werden berücksichtigt. Insgesamt, so rechnet Besso auf seiner Internetseite vor, werden für ein Drittel der förderfähigen Exporte Präferenzzollsätze aus Freihandelsabkommen wegen der komplexen Vorschriften nicht in Anspruch genommen. Das führe jährlich zu Verlusten in Milliardenhöhe. Solche Zollsenkungen bildet Besso in Echtzeit ab, in Verbindung mit einer Überprüfung aller anwendbaren Ursprungsregeln. ce/mm
