(CONNECT) Die KWO prüft für das seit 2014 geplante Projekt Neubau Speichersee und Kraftwerk Trift eine alternative Projektvariante, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Gegen die Konzessionsvergabe für die bisher favorisierte Erschliessung der Trift, einer praktisch unberührten Gebirgslandschaft im Berner Oberland, ist vor dem Berner Verwaltungsgericht noch eine Beschwerde des Grimselvereins hängig. Dafür war eine Erschliessung über das Gadmental vorgesehen.
Anfang Dezember einigte sich die KWO laut ihrer Mitteilung mit dem Kanton Bern und den Umweltverbänden auf zusätzliche Ausgleichsmassnahmen zum Schutz von Biodiversität und Landschaft in Höhe von 7 Millionen Franken. Im Gegenzug sicherten die Umweltverbände zu, künftig auf Beschwerden gegen die geplanten Ausbauvorhaben der KWO zu verzichten. Diese Einigung sei im Nachgang im Kanton und von der Gemeinde Innertkirchen kritisiert worden, so die KWO. Sie habe im Zuge des sogenannten Grimsel-Dialogs während der vergangenen zwei Jahre sämtliche Vorschläge für gesellschaftliche und touristische Ausgleichsmassnahmen abgelehnt und Ende 2025 die Gespräche mit der KWO abgebrochen.
Seither prüft die KWO eine Erschliessung für das unterirdische Kraftwerk und den Stausee in der Trift über das Aaretal. Der Stollen Richtung Trift wäre mit 8 Kilometern 3 Kilometer länger als jener im Gadmental. Trotz zusätzlicher Erhebungen und Anpassungen der Projektplanung, für die die KWO zusätzliche ein bis zwei Jahre veranschlagt, weise diese Variante auch viele Vorteile auf.
Die KWO fühlt sich verpflichtet, dieses regional und national wichtige Winterspeicherprojekt an der Trift zu realisieren, das Bestandteil der strategischen Ausbauvorhaben des Bundes für Wasserkraft und seit Anfang 2025 im neuen Stromgesetz verankert ist. Der geplante Stausee an der Trift hat ein Fassungsvermögen von 85 Millionen Kubikmetern, einen Energiegehalt von 215 Gigawattstunden und ermöglicht eine zusätzliche Stromproduktion von 145 Gigawattstunden. ce/mm
