(CONNECT) Das Berner Start-up OceanSafe AG hat mit dem Textilmaterial naNea einen Ersatz für Polyester geschaffen, um gegen das Problem mit Mikroplastik anzugehen. Das Material ist biologisch abbaubar und fügt sich zirkulär in den natürlichen Kreislauf ein, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.
Textilhersteller könnten auf ihren bestehenden Produktionsanlagen damit arbeiten. Die Produktneuheit aus Bern sei zu Testzwecken mit 300 Leads bei internationalen Textil- und Modehäuser im Einsatz. 17 Kunden nutzten es bereits kommerziell, bei mehr als 60 weiteren laufe die Test- und Pilotphase. Ziel von OceanSafe ist eine internationale Lieferkette, um den Umgang mit Polyester grundlegend zu verändern und die globale Mikroplastikmüllmenge zu drosseln.
Die Kunstfaser stecke im Grossteil der jährlich produzierten Textilien. Bei jedem Waschgang und bei Abrieb lösen sich mikroskopisch kleine Kunststofffasern und werden über Abwasser in Flüsse und Ozeane getragen. Wie OceanSafe schreibt, stammen 35 Prozent des Mikroplastiks in den Weltmeeren aus Textilfasern.
„Während sich herkömmliches Polyester (PET) über Jahrhunderte anhäuft, baut sich naNea gemäss unabhängigen Tests innerhalb weniger Monate im Meerwasser ab“, heisst es. Die Entwicklung setze auf eine Drop-in-Technologie, welche ohne das Flammschutzmittel Antimon und ohne Schwermetalle auskommt. Im Vergleich zu PET sinken die CO2-Emissionen um 64 Prozent und es entstehen keine persistenten Mikroplastikpartikel. Weiterer Vorzug für die Umwelt ist der um 97 Prozent geringere Wasserverbrauch gegenüber Baumwolle.
OceanSafe entwickelt die Technologie und vergibt zur Produktion Lizenzen an Industriepartner entlang der textilen Wertschöpfungskette. „Für uns ist das nicht nur eine technologische Innovation, sondern eine Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen“, wird Manuel Schweizer, Gründer und CEO, zitiert. ce/heg
