Zwei Studentinnen, eine Idee – und volle Einbauschränke
Anna Meier und Célina Rohrbach haben Bärndütsch gegründet und sind dadurch nebenbei zu Unternehmer*innen geworden - während dem Studium, als Projekt und zuerst ohne Zukunftsplan. Das erste Produkte waren Jasskarten und die Reaktion waren überraschend klar und positiv.
«Wir hatten nicht die Absicht, ein Unternehmen zu gründen. Aber als wir gemerkt haben, dass unser Angebot ankommt, haben wir uns entschieden, den Gewinn wieder zu investieren und neue Produkte zum Leben zu erwecken.»
Also bauten Célina und Anna das Sortiment aus und ein Jahr später folgte die Gründung ihrer GmbH. Bärndütsch ist ein Herzensprojekt und die beiden haben es noch keinen Tag bereut, dieses Projekt gestartet zu haben. Sie nutzen ihre Ressourcen optimal, füllen lieber ihre Einbauschränke zuhause als ein externes Lager und schätzen die Unterstützung in ihrem Umfeld. «Es ist natürlich von Vorteil, wenn die Wohnpartner*innen Verständnis entgegenbringen können», erzählt Anna mit einem Schmunzeln.
Der Berner Sternenmarkt 2023 – eine Lektion, die bleibt
Bärndütsch betreibt einen Online-Shop und beliefert Retail-Läden und Firmenkund*innen mit Corporate Gifts. Bärndütsch tritt auch regelmässig an Pop-Up-Events auf.
Anna und Célina arbeiten bewusst nur in einem kleinen Pensum für das eigene Label und arbeiten beide auch Teilzeit bei anderen Unternehmen – ein Modell, das klare Grenzen braucht, um zu funktionieren. Wie klar diese Grenzen sein müssen, haben sie am Berner Sternenmarkt 2023 gelernt, als sie die ganze Weihnachtszeit zu zweit gestemmt haben. In dieser Zeit haben sie ihre eigenen Zeitressourcen massiv überschritten und ihre Learnings daraus gezogen.
Für die Pop-Up Events ist eine weitere Person an Board gekommen.
Sprache ist mehr als Aussprache
Célina und Anna kreieren Dinge mit Bezug zu Bern, designen sie und lassen sie möglichst lokal und zu fairen Arbeitsbedingungen produzieren. Dahinter steckt eine Überzeugung: Sprache verbindet und Sprache soll aktiv gelebt werden. Was Bärndütsch antreibt, geht für sie daher tiefer als Design und Produkte.
«Früher hatten viele Haushalte ein Berndeutsch-Wörterbuch zu Hause. Heute ist das nicht mehr so. Nischenwörter werden irgendwann nicht mehr gebraucht.»
Mit ihren Produkten möchten sie dem mit lebendiger Freude an der Sprachkultur entgegenwirken: Wenn Kund*innen durch ein Bärndütsch-Produkt ein paar berndeutsche Wörter mehr in ihren Sprachgebrauch einbauen und sie ihnen dabei ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern, dann haben sie ihr Ziel erreicht.
«Uns ist es wichtig, dass wir sowohl eine einheitliche Schreibweise des Dialekts verwenden, als auch aktuelle Entwicklungen in der Sprache mittragen.»
Nachhaltigkeit hat ihren Preis – und das ist in Ordnung
Alle Produkte von Bärndütsch entstehen nach klaren Grundsätzen: Anna und Célina achten bewusst auf faire Arbeitsbedingungen, eine sorgfältige Herstellung und eine möglichst geringe Belastung der Umwelt. Diese konsequente Haltung spiegelt sich natürlich direkt im Preis wider.
«Viele möchten nachhaltige Produkte, schrecken dann aber vor dem Preis zurück.»
Umweltfreundlich zu produzieren und die Produkte gleichzeitig zu einem fairen Marktpreis anzubieten, stellt Bärndütsch täglich vor eine anspruchsvolle Herausforderung. Célina und Anna treffen diese Entscheidung nicht aus strategischem Kalkül, sondern aus Überzeugung - es entspricht ihren Werten und ist daher bedeutsam und in Ordnung.
Zu zweit gründen – ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte
Anna und Célina haben Bärndütsch gemeinsam aufgebaut. Was das bedeutet, spüren sie besonders dann, wenn es schwierig wird.
«Dass wir das Unternehmen zu zweit gegründet haben und beide gleichermassen beteiligt sind, hilft uns. Herausforderungen können wir diskutieren und haben zwei unterschiedliche Meinungen zum Abwägen. Das gibt uns eine breitere Entscheidungsgrundlage.»
Die beiden verstehen sich privat gut und pflegen eine gute Kommunikation - ein entscheidendes Detail im Unternehmertum.
Was andere Gründer*innen mitnehmen können
Anna und Célina haben auf ihrem Weg selber lernen müssen, was sie heute anderen Frauen im Kanton Bern mitgeben möchten: Den eigenen Wert kennen.
«Es gibt Menschen, die können sich sehr gut verkaufen. Davon haben wir uns zu Beginn schnell einschüchtern lassen - jedoch zu Unrecht. Es ist wichtig, die Ziele des Unternehmens und die eigenen Werte nicht aus den Augen zu verlieren und an sich und die eigenen Fähigkeiten zu glauben.»
Und was bedeutet Erfolg für sie?
«Die Möglichkeit zu haben, Dinge zu tun, deren Werte man vollends unterstützt und die einen glücklich machen.»
Bärndütsch kann man mit gutem Gewissen «sein Herz schenken».
Anna, Célina und be-advanced
Bei be-advanced glauben wir an Unternehmer*innen wie Anna und Célina – Menschen, die mit Herzblut aufbauen, Werte nicht aus den Augen verlieren und bereit sind, dazuzulernen. In unserem KMU- und Startup-Programm begleiten wir sie mit Erfahrung, Vernetzung und bedürfnisorientierter Unterstützung.
➡️ Ich bin an einem Coaching bei be-advanced interessiert
«Das Coaching hat uns zum Denken angeregt und unseren Horizont im positiven Sinne erweitert. Wir können nicht etwas Spezifisches herausheben, aber das Coaching hat unsere Sichtweisen geprägt und bei grösseren Entscheidungen und in der Konzeption von zukünftigen Produkten durch Begleitung geholfen.» – Anna Meier und Célina Rohrbach, Bärndütsch
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