(CONNECT) Das CHEOPS-Team der Universität Bern und der Universität Genf hat eine Entdeckung gemacht, die laut einer Mitteilung nicht zu den bisherigen Theorien über die Anordnung der Planeten in ihrem jeweiligen System und die Entstehung von Planeten passt.. Mithilfe des an der Universität Bern entwickelten und gebauten Weltraumteleskops für die CHEOPS-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) untersuchten die Forschenden das 116 Lichtjahre von der Erde entfernte Planetensystem um einen Stern namens LHS 1903.
Um diesen kleinen roten Zwergstern vom Typ M kreisen drei ursprünglich entdeckte Planeten. Bei deren Beobachtung entdeckte das satellitengetragene Teleskop CHEOPS den LHS 1903 e, einen vierten Planeten, der am weitesten von seinem Stern LHS 1903 entfernt ist. Dieser sollte gasförmig sein, weil in allen bisher bekannten Planetensystemen die inneren Planeten felsig und die äusseren gasförmig sind.
„Es ist der Präzision von CHEOPS zu verdanken, dass wir diesen neuen Planeten aufspüren konnten“, wird Monika Lendl zitiert. Sie ist ausserordentliche Professorin am Departement für Astronomie der naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Genf, wo sich das Operationszentrum befindet. Ausserdem ist sie Missionswissenschaftlerin der CHEOPS-Mission und Mitautorin der Studie. „Da sich Gesteinsplaneten normalerweise nicht jenseits von Gasriesen bilden, stellt dieser Planet unsere Theorien völlig auf den Kopf!“
Basierend auf den Simulationen zur Planetenentstehung, die an der Universität Bern seit mehreren Jahrzehnten entwickelt werden, schlussfolgert das Team nun, dass LHS 1903 e viel später entstanden sein muss als seine beiden Gasriesen-Geschwister. „CHEOPS demonstriert hier, wie neue ultrapräzise Instrumente uns dazu bringen können, unser Verständnis des Universums zu überdenken“, so der Vorsitzende des Missionsteams David Ehrenreich, der wie Lendl eine ausserordentliche Professor am Departement Astronomie der Universität Bern innehat und Studienmitautor ist. „Die Vielfalt der Planetensysteme bestätigt, dass unser Sonnensystem kein universelles Modell zu sein scheint.“ ce/mm
