(CONNECT) Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und der Universität Bern erarbeiteten eine Studie, die das Entstehen von Trifluoressigsäure (TFA) in der Atmosphäre und die Belastung von Gewässern mit dieser Substanz über Niederschläge demonstrieren soll. Wie es in einer Mitteilung heisst, hat das BAFU dafür über drei Jahre Proben von Niederschlägen und Oberflächengewässern auf das Vorhandensein von TFA überprüft. Die Empa erstellte parallel ein Modell zum atmosphärischen Eintrag von TFA. Trifluoressigsäure zählt zu den Per- und Polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), die als gesundheitsgefährdend gelten.
Die BAFU-Analysen und Empa-Modelle wurden mit seit 1984 gesammelten Daten zu Wasserproben und -belastungen verglichen. „Wir modellieren die bekannten Vorläuferstoffe von TFA, ihre Abbaupfade und Zwischenprodukte sowie die Deposition der so gebildeten TFA, sowohl über den Niederschlag als auch direkt an Oberflächen“, wird Empa-Forscher Stephan Henne in der Mitteilung zitiert. „Wir können für jeden Ort in Europa berechnen, wie viel TFA dort in einem bestimmten Monat in die Umwelt gelangt.“
Die Studie zeigt, dass sich die Konzentrationen von TFA in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht haben. TFA entstehen aus der Zersetzung von Hydrofluorkohlenwasserstoffen, die als Kühl- und Treibmittel genutzt werden. Eine weitere Quelle sind Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln. Bislang ist nicht bekannt, welche gesundheitsschädlichen Folgen das Aufkommen von TFA eventuell im menschlichen Körper zeigen. Dazu sind weitere Forschungen erforderlich, heisst es in der Mitteilung. Die aktuelle Studie ist in der Fachzeitschrift „Atmospheric Chemistry and Physics“ publiziert. ce/ww
