(CONNECT) Die Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL), das Physikalisch-Meteorologische Observatorium Davos und die Universität Bern gehen gemeinsam eine Satellitenmission zur Überwachung des Weltraumwetters an. Ab 2030 soll dabei der Satellit ETHOS die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die obere Atmosphäre der Erde messen, erläutert die ETH in einer Mitteilung. Sie hat in der Satellitenmission die Gesamtverantwortung inne. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Louise Harra, Direktorin des Weltstrahlungszentrums am Physikalisch-Meteorologischen Observatoriums Davos und assoziierte Professorin an der ETH.
ETHOS steht für Earth Thermosphere & Heliophysics Observing Satellite. Der von einem kommerziellen Anbieter hergestellte Satellit wird von den Projektpartnern mit mehreren wissenschaftlichen Instrumenten bestückt. Die Universität Bern steuert dabei ihr Fachwissen in der satellitengestützten Laserentfernungsmessung und in der Weltraumwetterforschung bei. Die EPFL will den Satelliten mit einer hochempfindlichen Kamera bestücken.
Die ETH entwickelt das Instrument für den Empfang der Signale von Navigationssatelliten. Es soll zudem die Elektronendichte in der Ionosphäre, einer elektrisch geladenen Schicht der oberen Erdatmosphäre, messen. Diese Kombination ermöglicht es, zu ermitteln, wie stark der Satellit durch die obere Atmosphäre abgebremst wird.
„Die obere Atmosphäre gehört zu den am wenigsten verstandenen Bereichen des erdnahen Weltraums“, erläutert Harra. ETHOS soll die von der Sonne abgestrahlte Energie messen sowie die Strahlung bei Sonneneruptionen und Veränderungen in der Ionosphäre erfassen. Gleichzeitig soll der Satellit zur für die Klimaforschung wichtigen langfristigen Beobachtung der Sonnenstrahlung beitragen. ce/hs
