(CONNECT) Gesundheit gewinnt laut dem Verband Frauenunternehmen (VFU) immer stärker an Bedeutung für die Unternehmensführung, weshalb das Thema das Jahresprogramm und den Jahresanlass VFUlab Anfang September prägte. „Unser Motto lautet 2026 ‚Gesund. Selbstbestimmt. Erfolgreich.‘ Dabei wollen wir ins Zentrum rücken, dass Selbstbestimmung und Erfolg in Frage gestellt sind, wenn wir Gesundheit nicht ernst nehmen“, erklärte VFU-Präsidentin und Unternehmerin Riccarda Mecklenburg. Dass hiermit der Nerv der Unternehmerinnen getroffen wurde, zeigte sich laut VFU in der rekordhohen Teilnahme am diesjährigen VFUlab im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon.
Die Fakten sprechen laut der Referentinnen eine klare Sprache: Psychische Belastungen steigen frappant. Vizedirektorin des Bundesamt Bundesamt für Gesundheit BAG, Linda Nartey, brachte Zahlen dazu mit: 41 Prozent der jungen Frauen beschreiben sich als emotional erschöpft, bei jungen Männern trifft das auf 14,4 Prozent zu. Die Bestrebungen des Bundes setzen auf frühzeitige Sensibilisierung. Monika Behr ging als Experin von Allianz Schweiz zudem darauf ein, dass gerade bei jungen Männern die Ausfallraten am stärksten steigen und das Thema branchenübergreifend beobachtet wird. Die Leiterin des Ressorts Leben sowie Geschäftsleitungsmitglied von Allianz Schweiz erklärte: „Alle Unternehmerinnen hier im Raum können Vorbild für Mitarbeitende sein, wenn sie sich auch Auszeiten gönnen.“
Jeder in Prävention investierte Franken kommt viermal zurück, war von Maria Brasser zu hören. Die Neurowissenschaftlerin und Mitgründerin der Hirncoach AG, einem Spin-off der Universität Bern, zeigte Einflussfaktoren auf kognitive Fitness und mentale Leistungsfähigkeit auf. „Das Hirn reagiert sehr stark – es macht nur zwei Prozent des Körpergewichts aus, beansprucht jedoch 20 Prozent des Sauerstoff- und Energiebedarfs“, so Brasser. Wohlergehen kann demnach von ganz kleinen Dingen abhängen – angefangen bei tiefen Atemzügen, gesunder Ernährung und befreiendem Lachen. Arbeitgebende und Arbeitnehmende müssten hierfür jedoch einen Rahmen schaffen.
Gynäkologin und gynXtra-CEO Bettina von Seefried sowie Hormon-Coach Barbara Lüscher konzentrierten sich auf die Menopause und Möglichkeiten, damit auch mithilfe einer Hormontherapie umzugehen. „Die Wechseljahre sind ein wichtiger Zwischenstopp für eine Neuausrichtung. Und nicht zuletzt sind sie ein Führungsthema“, erklärte Bettina von Seefried, die mit gynXtra Frauen gezielte Beratung bietet. Die Sport-Expertin Tanja Mäder führte das Thema weiter, in dem sie konkrete Tipps an die Hand gab, wie Bewegung diesen Übergang erleichtert. Insbesondere riet sie zu Krafttraining – Muskelaufbau habe viele positive Effekte, die Frauen ab den 40ern zu Gute kämen.
Eine Premiere stellte die Live- Aufnahme für den Podcast „Queens“ in Kooperation mit dem Magazin „annabelle“ dar: Chefredaktorin Barbara Loop spricht hierbei jeweils mit älteren Frauen, die ein Zeichen gesetzt haben. In Rüschlikon war hierfür Susanne G. Seiler zu Gast. Die Zürcher Autorin und Publizistin ist seit Jahrzehnten eine Pionierin der psychedelischen Kultur. IIhr Impuls knüpfte an den roten Faden der Veranstaltung an: das persönliche Wohlergehen zum individuellen Massstab zu machen und dabei im Fall auch neue Regeln zu definieren. ce/yvh
